15.6.2019 reclaim your club - club against reality vol.3

Am 15. Juni findet die dritte Veranstaltung der Reihe "reclaim your club - club against reality" statt. Diesmal verlassen wir den dunklen Clubraum und es zieht uns ausnahmsweise ans Tageslicht. In Kooperation mit dem temporären Stadtteilzentrum Campagne Areal verlassen wir auch das Stadtzentrum und begeben uns in die städtische Peripherie. Neben den lokalen Stardjs Rev. Rumble, Maria Magdalena und Whyami werden wir den Film „Oh yeah. Berlin. Macher aus der Berliner Subkultur“ vor Ort zeigen und freuen uns sowohl den Regisseur als auch die Tonfrau des Films in Innsbruck begrüßen zu dürfen. Wir erwarten uns einen basslastigen und inhaltlichen schönen Tag mit euch und für euch.
:::facebook.com/Campagne-Tempor

RECLAIM YOUR CLUB - CLUB AGAINST REALITY
FILM, TALK und PARTY mit:
► DJ REV. RUMBLE- (SCHEREREI/SILLSCHLUCHT/INNSBRUCK)
► Djane MariaMagdalena (STEREOPANORMA/BUNKER MUKKE/UNHOLY BITCH BEATS/INNSBRUCK)
► WHYAMI (TECHNOLOGY/INNSBRUCK)
► Techno all day long

:::reclaim your club - club against reality – space for political club culture:::


Zeitplan

14:00 DJ REV. RUMBLE
16:00 DJ MARIA MAGDALENA
18:00 Film „Oh yeah. Berlin. Macher aus der Berliner Subkultur (2016)“ - in Anwesenheit des Regisseurs Art Bumiller und der Tonfrau Saskia Stephan.
20:00 DJ WHYAMI


OH YEAH. BERLIN. MACHER AUS DE BERLINER SUBKULTUR (2016)
Massenhaft junge Tourist/innen tauchen in das berühmte Club-und Partyleben der deutschen Hauptstadt ein. Sie wollen Staunen, Feiern, Tanzen und vor allem dieses besondere „Feeling” von Berlin erleben. In „OH YEAH. BERLIN“ portraitiert Arndt Baumüller (aka Art Bumiller) Künstler/innen aus der Berliner Club Szene, die aus eigenem Antrieb und mit wenigen finanziellen Mitteln Welten erschaffen, die genau dieses Berlin-Gefühl kreieren, prägen und reflektieren. Ein ehrlicher Berlin Film, persönlich und echt, teilweise gedreht an Orten wo noch nie eine Kamera erlaubt war. 14 Künstler/innen haben sich dazu bereit erklärt, einen Einblick in Ihre Welt zu gewähren. Eine Bande von schrägen, bunten und kreativen Paradiesvögeln an Locations wie Festivals, Floh- märkten und Clubs der pulsierenden Stadt. Was ist es, das euch antreibt, als lebendige Discokugel, Tape Artists, Video Mapping oder Laser Künstler? Eine Sound Virtuosin berichtet und wir lernen den Erfinder zeitloser Uhren kennen, betreten ein geheimes Labyrinth.
All diese Aktivist/innen der alternativen Popkultur haben etwas gemeinsam: Die Liebe und das Leben für die Kunst, die Hauptstadt und deren Freiheiten.
In Anwesenheit des Regisseurs Art Bumiller und der Tonfrau Saskia Stephan.

Rev.-Rumble
Rev.-Rumble

REV. RUMBLE (Schererei/Innsbruck)
He is from Innsbruck, Austria. After starting a short unsuccessful carreer as guitar player he made his first efforts in djing in the late 90s. Rev. Rumble is still out there, still searching for raw, deep and forward thinking music: Techno, Breakbeats, Electro, Experimental and Bass Music made to open and blow up your mind…

djanemariamagdalena
djanemariamagdalena

MARIAMAGDALENA (Stereopanorama/Bunker Mukke/Unholy Pitch Beats/Innsbruck)
MariaMagdalena aus Innsbruck ist schon seit einigen Jahren in Innsbruck als DJn und Veranstalterin etabliert. Viele Kennen die Tirolerin aus ihrer Elektrokränzchen Zeit. Die bis dato am längst in Erinnerung behaltene Event Entwicklung. Techno mag es in IBK einigen geben, aber eine Powerfrau wie MariaMagdalena, die mit viel Enthusiasmus und Liebe zur Musik an die Teller geht, wird man nur ein einziges Mal finden.
:::facebook.com/MadameMariaMagdalena2

WHYAMI
WHYAMI

WHYAMI (Technology | Innsbruck)
WHYAMI ist Barbara Caroline aus Innsbruck. Seit zwei Jahren mischt sie bei der monatlichen Eventreihe TECHNOLOGY im Innsbrucker Club Cubique neben DJ Saha als Resident DJ mit. Neben diesem Pflichttermin für Technofreudige spielte WHYAMI inzwischen auch bei verschiedenen Veranstaltungen in Wien und Innsbruck, u.a. bei der ersten Ausgabe des “Club against reality“ in der p.m.k. Ihre Sets bewegen sich dabei irgendwo zwischen Acid, EBM, Electro und Industrial – immer aber steht Techno im Vordergrund und wenn sich die Gelegenheit bietet, dann werden dabei gerne auch härtere und schnellere Töne angeschlagen. Die Frage WHO AM I? wäre damit geklärt. Die Frage WHY AM I? darf sich jede/r selbst stellen.

Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz! „Respecting each other is the key!“

Projektbeschreibung „reclaim your club  - club against reality – space for political club culture"

Techno ist als urbane Clubkultur vorallem im Clubkontext verortet. Der Club dient dabei als Ort der städtischen Kanalisation von elektronischer Musik, wo Menschen Raum für Hedonismus und Eskapismus aus dem Alltag finden. Trotz des nächtlichen Ausstiegs der Menschen aus dem kapitalistischen Zwangsalltag, bleibt der Club als realer Ort Teil der Gesellschaft. Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie werden im Clubkontext (re)-produziert. Außerdem wird allzu oft eine Türpolitik betrieben, die nach rassistischen und sexistischen Kriterien funktioniert. Verbale und körperliche Übergriffe sind nur ein kleiner Ausschnitt, die das gegenwärtige Clubleben ausmachen und von Seiten der Betreibenden kaum thematisiert werden. Im Zentrum steht ein finanziell erfolgreicher Abend und nicht das Erlebnis und das Wohlbefinden der Besucher*innen und die Musik der Künstler*innen. Die Bookings der meisten Clubs funktionieren nach den herkömmlichen gesellschaftlichen Kriterien, wo „Weiße Männer, die der Mainstream produziert, im Vordergrund stehen und ihre Bühne bekommen.“ Patriarchale Clubkultur, spiegelt den tradierten, hierarchischen Platz der Frauen wider. Künstlerinnen sind eine Ausnahmeerscheinung, hingegen scheint der Platz hinter der Bar der lächelnd servierenden Barfrau klar zugeschrieben. Argumentiert wird unter anderem damit, dass es ja so gut wie keine Frauen als Djs, Live Acts oder Visual Artist gäbe. Doch allein ein Blick auf Datenbanken wie www.femalepressure.net und femdex.net zeigen Gegenteiliges. Musikalische und medienkünstlerische Experimente – “off the beaten track” – sucht man wie die viel zitierte Nadel im Heuhaufen. All die Problematiken der gegenwärtigen Clublandschaft – auch in Innsbruck – produzieren einen Mikrokosmos, den wir mit unserer Veranstaltungsreihe kritisch zu hinterfragen versuchen und Alternativen zu denken. Vor diesem Hintergrund ist es unserer Meinung nach zentral, dass wir uns nicht nur über Clubkultur und ihre Mechanismen unterhalten, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb unserer Freiräume benennen, um ihnen im Sinne einer emanzipatorischen Clubkultur entgegenzuwirken. Daher werden wir mit unserem Projekt "reclaim your club“ und unserem Clubformat "club against reality", unsere Rolle als Veranstalter*innen in diesem Projekt reflektieren, um uns politisch zu positionieren.

  • Die Reihe "reclaim your club - club against reality" ist nicht auf eine bestimme Örtlichkeit konzentriert, sondern ist die „ortlose“ Idee eines Clubs. Dafür werden Räume temporär für Clubabende angeeignet. Im Zentrum von „reclaim your club - club against reality" stehen die Besucher*innen sowie das Sounderlebnis und nicht nicht der Starkult um Künstler*innen. Das eingangs beschriebene Bild gilt es zu hinterfragen und temporär eine andere Realität - ein anderes kollektives Erlebnis  im Club zu schaffen. „Another club is possible!“
  • Den Dancefloor erklären wir zum anonymen Raum. Wir wollen bewusst ein Zeichen gegen den gegenwärtigen panoptischen Trend, alles und jedes öffentlich zu machen setzen. Fotos- und Videoaufnahmen sind explizit unerwünscht. „Your Dancefloor is our dancefloor is your dancefloor!“
  • „reclaim your club - club against reality“ wird ein Ort für Techno, Experimentalmusik, Visuals Artists, und Theorie sein. „A club is more than feel good sound!“
  • Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz. „Respecting each other is the key!“
  • Wir wollen mindestens 50% an Künstler*innen bei unseren Veranstaltungen, die sich als Frauen identifizieren. Wir wollen bewusst mit den patriarchalen Strukturen in der Clubkultur brechen: Wo Männer fast ausschließlich Männer buchen: „Music is unique, people are divers!“
  • Awareness und Safer Spaces sollen nicht nur Worthülsen sein, sondern unser übergeordnetes Ziel ist, dass sich alle Menschen bei unseren Veranstaltungen wohl, frei und sicher fühlen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss allen Beteiligten klar werden, dass die notwendige Sensibilität alle Verantwortungsbereiche und Akteur*innen eines Clubs betrifft. „Be aware, respect and care!“
  •  „reclaim your club - club against reality“ will gesellschaftliche Verhältnisse zum Thema machen. Dafür werden Menschen aus der Club- und Technopraxis eingeladen. Die theoretischen Inputs werden in Form von Lesungen, Filmen, Vorträgen und Diskussionen vermittelt. „Structure and strategy don’t have to be hierarchy!“

Vielen Dank an das "Reclaim Club Culture" – Netzwerk und ihrer Fibel: menschmeier.berlin/fibel

AGAINST SEXISM ::: AGAINST RACISM ::: AGAINST FASCISM ::: AGAINST REALITY