17.5.2019 reclaim your club - club against reality volume2


Am 17. Mai luden wir zum zweiten Abend der Veranstaltungsreihe "reclaim your club - club against reality ein. Nach dem gelungenen Start in der p.m.k, machten wir diesmal die Junge Talstation zu einem Club der Gegenrealitäten, in dem Diskurs und Party, Ernsthaftigkeit und Ausgelassenheit, gleichermaßen Platz finden sollten. Um unserem Anspruch eines sowohl inhaltlich als auch künstlerisch interessanten Programms gerecht zu werden, hatten wir diesmal ROSA RAVE (Vertreter*innen des “Reclaim Clubculture Netzwerk Berlins”), JULIA BOMSDORF (Initiatorin des "WUT Kollektivs" gegen sexuelle Belästigung aus München) und FRED LORDICK (Mitbegründer der "Club Commission" Innsbruck) zu Besuch. Wir starteten bereits Open Air und nachmittags am Vorplatz der Talstation mit Dope Beats der Innsbrucker DJane Legend D.e.y. Anschließend wurde das Projekt "Luisa ist hier!" der Club Commission Innsbruck gegen sexualisierte Gewalt im Innsbrucker Nachtleben vorgestellt.
Anschließend machten wir den Club zum politischen Raum und gingen in eine moderierte Diskussion mit ROSA RAVE und JULIA BOMSDORF, außerdem wurde auf verschiedenste Fragen der Anwesenden eingegangen. Zum Schluss setzten wir das soeben Besprochene in die Praxis um und feierten mit allen eine WUT KOLLEKTIV Clubnacht mit massig Bass Bass Bass.

:::reclaim your club - club against reality – space for political club culture:::

Zeitplan @junge talstation:
:::17:00 Beginn am Vorplatz mit D.e.y.
:::19:30 Vorstellung des Projekts "Luisa ist hier!"
:::20:00 Talk "Bildet Banden" - Netzwerkarbeit als politische Strategie im Clubkontext? und Diskussion mit ROSA RAVE | JULIA BOMSDORF | Moderation DAVID PRIETH

Ab 22:00 Club mit dem WUT Kollektiv

RECLAIM YOUR CLUB - CLUB AGAINST REALITY
VORTRÄGE, TALK und PARTY mit:
► ROSA RAVE - Reclaim Club Culture Netzwerk Berlin
► JULIA BOMSDORF - WUT Kollektiv München
► FRED LORDICK - Club Commission Innsbruck
► D.e.y. - Duzzdownsan
► Techno all night long mit dem WUT Kollektiv München

ROSA RAVE (Reclaim Club Culture/Berlin)
Reclaim Clubculture Netzwerk Berlin - Reclaim Club Culture ist ein Bündnis von Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Kollektiven die sich für eine emanzipatorische Clubcultur und Politisierung der Clubszene einsetzen. Neben der Herausgabe der Reclaim Your Club Fibel oder dem Manifest "10 Gründe für Freiräume” macht das Netzwerk besonders durch seine politischen Veranstaltungen von sich hören. Dazu gehören Aktionen wie AFD wegbassen, Faschismus wegbeamen oder die Zusammenarbeit mit der Bewegung Seebrücke.

RECLAIM!CLUB!CULTURE
RECLAIM!CLUB!CULTURE
:::reclaimclubculture

JULIA BOMSDORF (WUT Kollektiv/München)
Julia macht tausend Dinge gleichzeitig, Punk, Hip-Hop oder Techno-Veranstaltungen, arbeiten, viel auf dem Sofa liegen und irgendwo eben auch noch DJ sein. Angefangen hat alles im gar nicht so ruhigen München, in einem Alter, in dem sie eigentlich noch gar nicht in den Club gedurft hätte.
Vereint werden ihre unzähligen Projekte jedoch immer durch eins: den Anspruch an sich selbst, die Welt zum Besseren zu verändern. Eine klare politische Haltung ist Julia wichtig, ihre Veranstaltungen sind feministisch und immer deutlich positioniert gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Transphobie, Antisemitismus und mehr.

WUT KOLLEKTIV (München)
WUT hat sich gegründet als Antwort auf untragbare Zustände im Musikbusiness und der elektronischen Tanzmusikszene, mit dem Ziel sie zu verändern. Deswegen schaffen und denken im Kollektiv Künstler_innen, Frauen, Musiker_innen, non-binary people und Kulturschaffende, sog. Wüterinnen gegen jegliche Formen von Diskriminierung und den Verlust von Subkultur.Das Ziel ist, das Nachtleben wieder so zu gestalten, dass sich wirklich alle wohlfühlen und ausleben können. Wie sich das musikalisch anhört, ist jede Nacht wieder anders. Das Kollektiv möchte eine Plattform für Austausch, Skill-Sharing, Spaß haben und Bier trinken schaffen und ist damit regelmäßig in Clubs wie dem Münchner Harry Klein oder der Roten Sonne zu sehen.
Es spielen Kim_Twiddle, die ein Live Techno Set spielt + nochmal ein DJ Set,  DJane Bimän spielt und Visuals kommen von ералаш ([jɪrɐˈlaʂ]). Alle WUT.

WUT KOLLEKTIV
WUT KOLLEKTIV
:::wut kollektiv

Kim_Twiddle [ZeitWerZ/Decisive/WUT]
DJ Twiddle:
. DJ. Unter anderem. Bin n bisschen n Oldschooler und mag mich genre-technisch nur ungern erklären. Weiß nicht, sagt man Bastardpop oder nö, vielleicht Bastardtechno, könnte passen. Detroit find ich geil, ich steh auf Blech und Bratzensnares. Aber auch gerne mal Zeug was n bisschen unangebracht erscheint. Oder unerwartet kommt. Und Feddich MC. Und Bässe durch die Füße in den Beckenboden. Und wenn die geilsten Platten der Welt laufen, aber davon sind 4 Stunden deepster House, dann wird's mir langweilig. Spiel gern back2back und hasse es, wenn man mir ungefragt ins Mischpult langt, um mir soundtechnisch zu "helfen“. Ich habe nichts von Wir sind Helden. Mache viel Theater. Auf, unter und hinter Bühnen. Steh nur mäßig darauf Sets zu recorden, die ich nicht live spiele, aber mei, des kannt scho no wean.

Kim Ramona Ranalter alias Kim_Twiddle (*1981) ist seit 2011 freischaffende Theatermacherin, Performer, Bühnenmusikerin und DJ Kim_Twiddle.
Seit 2013 produziert sie Stücke mit Theaterensembles der freien Theaterszene und spielt in Regie-Theaterstücken und Stadttheaterproduktionen. Nach Jahren intensiver Theaterarbeit auf, vor, unter und hinter Bühnen sind seit 2016 wieder verstärkt musikalische Züge in ihrem Schaffen zu bemerken. Demzufolge spielt sie regelmäßig mit ihrer elektronischen Live-Act -Crew „Cosmic Giggle“ und als DJane Kim_Twiddle (ZWZ/Atelier Rot/WUT) auf Festivals, Vernissagen und Veranstaltungen und veranstaltet die theatrale Tanzreihe „ZeitWerZ“ gemeinsam mit dem theter ensemble, dem WUT-Kollektiv und freien Kreativen der Münchner und Augsburger Szene. Sie entwickelt Konzepte für Performances und  Musikvideos und produziert Musik für KünstlerInnen der bildenden Kunst und das Theater. Aktuell produzierte sie die Musik für das Stück „Amsterdam“ am Münchner Volkstheater (Regie Sapir Heller /Premiere 27.1.19) und performt diese als Bühnenmusikerin live bei allen Vorstellungen.
soundcloud.com/kimtwiddle
instagram.com/kim_twiddle
facebook.com/kimtwiddle

Kim Twiddle Foto by Kristine Kicigina
Kim Twiddle Foto by Kristine Kicigina

Bi Män
Bi Män vergönnt euch stets dekadenten postfemale crossover. Ihr Sound ist ein Genre-Mix, der die Geschlechterverhältnisse überspitzt, indem explizit Klänge und Beats von Frauen* für Frauen* über Frauen* abgemiXXt werden. Dabei groovt sie zwischen slow-core-rock, lo-fi-pop, future-funk, nu-jazz oder edm und zieht so die Hörerschaft geschickt in ihren Bann. Die Münchner Clubszene beschreibt Bi Män als „Lokalmatadorin, die soviel postfemale Power mitbringt wie sonst kaum jemand“ (Harry Klein) oder „als wichtige DJ- KünstlerIn* mit politischem Durchschlagspotential“ (Comecerts/MucBook). Ihr Ziel ist es, die Grenzen des denkbaren Tanzes und normierten Hörens aufzubrechen und Clubkultur zu politisieren. Sie steht ein für mehr female* an den Turntables und kämpft gegen prekäre Arbeitsverhältnisse in Musik/Kunst/Kultur.

Bi Män
Bi Män

Visuals by
ералаш ([jɪrɐˈlaʂ])
Sie kreiert mit verschiedensten Formen der Unterhaltungselektronik Synthesen aus analogen und digitalen Bilderwelten. Der Zufall ist ein wichtiger Faktor. Nebenbei legt ералаш als dj slovva auf und ist Teil des WUT Kollektivs in München.

ералаш ([jɪrɐˈlaʂ])
ералаш ([jɪrɐˈlaʂ])

Club Commission Innsbruck
Die Club Commission ist eine im Jahr 2018 gegründete Interessengemeinschaft von Nachtlokalen und Kultureinrichtungen, die im Nachtleben tätig sind. Wir unterstützen unsere Mitglieder durch Networking, Beratung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Als Interessensvertretung des Innsbrucker Nachtlebens, setzen wir uns dafür ein, dass die Anliegen unserer Mitglieder in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wahrgenommen werden. Als Vorbild zur Gründung der ARGE Clubs Ibk. dienen zahlreiche ähnlich arbeitende Interessensvertretungen in anderen Städten wie Berlin oder Zürich. Das erste konkrete Projekt, das in Innsbruck gemeinsam mit den Vereinen Frauen gegen VerGEWALTigung, dem Tiroler Frauenhaus und der Drogenarbeit Z6 umgesetzt werden soll, ist die Initiative “Luisa ist hier!” gegen sexualisierte Gewalt im Innsbrucker Nachtleben.

d.e.y. (Innsbruck)
d.e.y aus Innsbruck beschäftigt sich seit mehr 15 Jahren mit Musik und hat in dieser Zeit einiges an Tonmaterial gesammelt. Anfangs lag ihr Interesse vor allem in der britischen Electronic-Szene. Ihre ersten Vinylkäufe reichten von Jungle à la Aphrodite über Dubstep im Stile der Digital Mystiks bis hin zu Grime. Mit Anfang 20 zog es d.e.y nach Wien, wo sie sich vermehrt mit der hiesigen Hip Hop-Szene auseinandersetzte. Dem Genre Hip Hop ist sie bis heute treu geblieben. Eine weitere Leidenschaft entwickelte sie während ihrer Arbeit bei Nabu Records in Innsbruck. Das Sortiment dort hielt einiges an Rare Grooves aus Afrika und dem arabischen Raum bereit. Seitdem mischt sie ihre Sets gerne mit Produktionen, die von diesen Musiktraditionen inspiriert sind.

DEY
DEY
:::dddeeeyy

Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz! „Respecting each other is the key!“

Projektbeschreibung „reclaim your club  - club against reality – space for political club culture"

Techno ist als urbane Clubkultur vorallem im Clubkontext verortet. Der Club dient dabei als Ort der städtischen Kanalisation von elektronischer Musik, wo Menschen Raum für Hedonismus und Eskapismus aus dem Alltag finden. Trotz des nächtlichen Ausstiegs der Menschen aus dem kapitalistischen Zwangsalltag, bleibt der Club als realer Ort Teil der Gesellschaft. Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie werden im Clubkontext (re)-produziert. Außerdem wird allzu oft eine Türpolitik betrieben, die nach rassistischen und sexistischen Kriterien funktioniert. Verbale und körperliche Übergriffe sind nur ein kleiner Ausschnitt, die das gegenwärtige Clubleben ausmachen und von Seiten der Betreibenden kaum thematisiert werden. Im Zentrum steht ein finanziell erfolgreicher Abend und nicht das Erlebnis und das Wohlbefinden der Besucher*innen und die Musik der Künstler*innen. Die Bookings der meisten Clubs funktionieren nach den herkömmlichen gesellschaftlichen Kriterien, wo „Weiße Männer, die der Mainstream produziert, im Vordergrund stehen und ihre Bühne bekommen.“ Patriarchale Clubkultur, spiegelt den tradierten, hierarchischen Platz der Frauen wider. Künstlerinnen sind eine Ausnahmeerscheinung, hingegen scheint der Platz hinter der Bar der lächelnd servierenden Barfrau klar zugeschrieben. Argumentiert wird unter anderem damit, dass es ja so gut wie keine Frauen als Djs, Live Acts oder Visual Artist gäbe. Doch allein ein Blick auf Datenbanken wie www.femalepressure.net und femdex.net zeigen Gegenteiliges. Musikalische und medienkünstlerische Experimente – “off the beaten track” – sucht man wie die viel zitierte Nadel im Heuhaufen. All die Problematiken der gegenwärtigen Clublandschaft – auch in Innsbruck – produzieren einen Mikrokosmos, den wir mit unserer Veranstaltungsreihe kritisch zu hinterfragen versuchen und Alternativen zu denken. Vor diesem Hintergrund ist es unserer Meinung nach zentral, dass wir uns nicht nur über Clubkultur und ihre Mechanismen unterhalten, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb unserer Freiräume benennen, um ihnen im Sinne einer emanzipatorischen Clubkultur entgegenzuwirken. Daher werden wir mit unserem Projekt "reclaim your club“ und unserem Clubformat "club against reality", unsere Rolle als Veranstalter*innen in diesem Projekt reflektieren, um uns politisch zu positionieren.

  • Die Reihe "reclaim your club - club against reality" ist nicht auf eine bestimme Örtlichkeit konzentriert, sondern ist die „ortlose“ Idee eines Clubs. Dafür werden Räume temporär für Clubabende angeeignet. Im Zentrum von „reclaim your club - club against reality" stehen die Besucher*innen sowie das Sounderlebnis und nicht nicht der Starkult um Künstler*innen. Das eingangs beschriebene Bild gilt es zu hinterfragen und temporär eine andere Realität - ein anderes kollektives Erlebnis  im Club zu schaffen. „Another club is possible!“
  • Den Dancefloor erklären wir zum anonymen Raum. Wir wollen bewusst ein Zeichen gegen den gegenwärtigen panoptischen Trend, alles und jedes öffentlich zu machen setzen. Fotos- und Videoaufnahmen sind explizit unerwünscht. „Your Dancefloor is our dancefloor is your dancefloor!“
  • „reclaim your club - club against reality“ wird ein Ort für Techno, Experimentalmusik, Visuals Artists, und Theorie sein. „A club is more than feel good sound!“
  • Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz. „Respecting each other is the key!“
  • Wir wollen mindestens 50% an Künstler*innen bei unseren Veranstaltungen, die sich als Frauen identifizieren. Wir wollen bewusst mit den patriarchalen Strukturen in der Clubkultur brechen: Wo Männer fast ausschließlich Männer buchen: „Music is unique, people are divers!“
  • Awareness und Safer Spaces sollen nicht nur Worthülsen sein, sondern unser übergeordnetes Ziel ist, dass sich alle Menschen bei unseren Veranstaltungen wohl, frei und sicher fühlen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss allen Beteiligten klar werden, dass die notwendige Sensibilität alle Verantwortungsbereiche und Akteur*innen eines Clubs betrifft. „Be aware, respect and care!“
  •  „reclaim your club - club against reality“ will gesellschaftliche Verhältnisse zum Thema machen. Dafür werden Menschen aus der Club- und Technopraxis eingeladen. Die theoretischen Inputs werden in Form von Lesungen, Filmen, Vorträgen und Diskussionen vermittelt. „Structure and strategy don’t have to be hierarchy!“

Vielen Dank an das "Reclaim Club Culture" – Netzwerk und ihrer Fibel: https://menschmeier.berlin/fibel.html

AGAINST SEXISM ::: AGAINST RACISM ::: AGAINST FASCISM ::: AGAINST REALITY

2.11.2018 reclaim your club - club against reality

Am 2.11.2018 starten wir mit unserem Projekt „reclaim your club - club against reality“. Wir wollen den Club als Raum für politische Auseinandersetzung und kritische Positionen gewinnen. Dafür sind Abende in Innsbruck geplant, die temporär zu einem kritischen Clubraum werden. Die Umsetzung emanzipatorischer Praktiken und Ansprüche erfordert neben Reflexionsfähigkeit und Selbstkritik, auch eine theoretische Auseinandersetzung, mit der eigenen Kulturproduktion. Daher wird jede Veranstaltung unter einem inhaltlichen Schwerpunkt stehen. 

Videoteaser zum club against reality


„reclaim your club - club against reality – space for political club culture"

Unsere erste Veranstaltung wird in der p.m.k. in Innsbruck stattfinden. Für diesen Abend haben wir die Künstler*innen Gunver Ryberg, nita., Whyami und Therese Terror eingeladen. Letztere ist Teil des Wiener Kollektivs femdex. Therese Terror ist sowohl als Dj als auch als Diskutantin in unserem Talk zu Gast. Sie wird von ihrer Arbeit bei femdex und ihren Utopia3000 Veranstaltungen berichten. Gemeinsam werden wir über Rahmenbedingungen emanzipatorischer Clubkultur und Möglichkeiten politischer Clubarbeit diskutieren.

21:00: Talk (Free) mit Therese Terror (Menophilias/Femdex/Hyperreality) über Perspektiven und Grenzen emanzipatorischer Clubkultur
femdex – A female list lautet der Name der Wiener Initiative. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht weibliche und nicht binäre Künstler*innen innerhalb der zeitgenössischen Clubkultur und der elektronischen Musik zu fördern. Seit 2016 veranstalten sie ihre Utopia 3000 Serie in Wien. Therese Terror, selbst Dj, wird von der Arbeit und den Erfahrungen bei Femdex berichten. Außerdem werden wir der Frage nach politischer Clubarbeit nachgehen: Welche Bedingungen braucht es, um eine emanzipatorische Clubkultur zu entwickeln? Wir laden zum gemeinsamen Gespräch ein.
http://www.femdex.net/

23:00 (€ 10,-) „club against reality“ mit folgenden Künstler*innen:
THERESE TERROR (MENOPHILIAS / FEMDEX / HYPERREALITY)
Therese Terror ist DJ, Veranstalterin und Geschäftsmann. Konkret ist sie bei femdex aktiv, co-organisiert Utopia 3000 und ist für das Zur Gönnerin Line-Up verantwortlich. Sie kuratierte das Line-Up des Electric Spring Festivals 2018. Während Therese Terror in der Nacht mit Auflegen beschäftigt ist, kümmert sie sich untertags um das Rrriot Festival, das feministischen Diskurs in den Mittelpunkt stellt sowie unzählige andere Projekte, die irgendwo zwischen Erwerbsarbeit und Ehrenamt angesiedelt sind. Ihre Sets bewegen sich vor allem zwischen House, Techno, Acid, Electro und Pop. Genres sind super, Therese Terror bewegt sich jedoch relativ frei von Labels zwischen unterschiedlichen Bereichen elektronischer Musik, scheut weder Mainstream, noch Nische, und will vor allem eines: das Publikum schwitzen sehen. Sie wird in der p.m.k. nicht nur uns zum Schwitzen bringen, sondern auch unser Gast im Talk sein.
www.soundcloud.com/thereseterror
http://facebook.com/thereseterror0/
http://instagram.com/thereseterror/
https://www.residentadvisor.net/dj/thereseterrorTh

Foto: Pamela Rumann

GUNVER RYBERG LIVE (KOPENHAGEN)
The Danish artist and composer SØS Gunver Ryberg performs with an endless energy that challenges your state of consciousness: Wielding an arsenal of vigorous industrial rhythms, raw techno and expressive sound art. Her live sets are a terrifying sonic barrage of frenetic drum machines, murky drones, and walls of chaotic overdrive that aim to induce a transformative experience. SØS Gunver Ryberg’s work embodies her rich production history. Stemming from performance art, her ‘site specific’ performances, whether in the form of a sound installation, computer game soundtrack, audio walk, live club set or even debut release ‘AFTRYK’ on Contort Records, all explore the potential of acoustic space. Raw and industrial, wild and sensitive, SØS Gunver Ryberg’s music – comprising two albums and a split EP with Aisha Devi, Rrose and Paula Temple since 2014 – is closer to sound art than to pure techno. A barrage of ferocious sounds, an avalanche of epic rhythms, as merciless as a winter in Copenhagen: welcome to the modular world of SØS Gunver Ryberg. Somewhere along the intersection between electronic music and sound art, SØS's characteristic style is recognised for it's insistent rhythms, combined with a meticulous exploration of textures and timbres, raw sounds are framed by symphonic forms to create a unique expressivity.  
http://www.sosgunverryberg.com/

Foto: Emil Hornstrup Jakobsen

nita. (VISUAL ARTIST/sound:frame av)
Anita Brunnauer alias nita. lebt und arbeitet in Wien als selbstständige Grafikdesignerin. Anfang 2014 folgte die Gründung von nita. studio für visuelle gestaltung. nita. ist mitglied des sound:frame AV Labels, sowie seit beginn der stille Duzz Down San Records Graphic Ghost. Der visuelle Stil lässt sich als konstanter Wandel zwischen Tagtraum und Nachtwache, Oberfläche und Tiefgang beschreiben. Ein visueller Seiltanz zwischen Kitsch und Melancholie. Entführung in einen surrealen Bilderwald, dort wo Tiere mutieren & vergessene ahnen auf Blätter gebettet werden. nita. wird an diesem Abend für die visuelle Gestaltung in der p.m.k. sorgen.
www.studionita.at
www.soundframe.at

Foto: Ina Aydogan

WHYAMI (DEPREA)
Whyami aus Innsbruck wird uns ihre Interpretation von Techno demonstrieren: „Techno. obey destroy devour. ebm/acid/electro/industrial. in postfaktischen zeiten eh egal. just because we’re all doomed doesn’t mean we can’t have a good time. just rave.“

Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz! „Respecting each other is the key!“

Projektbeschreibung „reclaim your club  - club against reality – space for political club culture"
Techno ist als urbane Clubkultur vorallem im Clubkontext verortet. Der Club dient dabei als Ort der städtischen Kanalisation von elektronischer Musik, wo Menschen Raum für Hedonismus und Eskapismus aus dem Alltag finden. Trotz des nächtlichen Ausstiegs der Menschen aus dem kapitalistischen Zwangsalltag, bleibt der Club als realer Ort Teil der Gesellschaft. Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie werden im Clubkontext (re)-produziert. Außerdem wird allzu oft eine Türpolitik betrieben, die nach rassistischen und sexistischen Kriterien funktioniert. Verbale und körperliche Übergriffe sind nur ein kleiner Ausschnitt, die das gegenwärtige Clubleben ausmachen und von Seiten der Betreibenden kaum thematisiert werden. Im Zentrum steht ein finanziell erfolgreicher Abend und nicht das Erlebnis und das Wohlbefinden der Besucher*innen und die Musik der Künstler*innen. Die Bookings der meisten Clubs funktionieren nach den herkömmlichen gesellschaftlichen Kriterien, wo „Weiße Männer, die der Mainstream produziert, im Vordergrund stehen und ihre Bühne bekommen.“ Patriarchale Clubkultur, spiegelt den tradierten, hierarchischen Platz der Frauen wider. Künstlerinnen sind eine Ausnahmeerscheinung, hingegen scheint der Platz hinter der Bar der lächelnd servierenden Barfrau klar zugeschrieben. Argumentiert wird unter anderem damit, dass es ja so gut wie keine Frauen als Djs, Live Acts oder Visual Artist gäbe. Doch allein ein Blick auf Datenbanken wie http://www.femalepressure.net/ und http://femdex.net/ zeigen Gegenteiliges. Musikalische und medienkünstlerische Experimente – “off the beaten track” – sucht man wie die viel zitierte Nadel im Heuhaufen. All die Problematiken der gegenwärtigen Clublandschaft – auch in Innsbruck – produzieren einen Mikrokosmos, den wir mit unserer Veranstaltungsreihe kritisch zu hinterfragen versuchen und Alternativen zu denken. Vor diesem Hintergrund ist es unserer Meinung nach zentral, dass wir uns nicht nur über Clubkultur und ihre Mechanismen unterhalten, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb unserer Freiräume benennen, um ihnen im Sinne einer emanzipatorischen Clubkultur entgegenzuwirken. Daher werden wir mit unserem Projekt "reclaim your club“ und unserem Clubformat "club against reality", unsere Rolle als Veranstalter*innen in diesem Projekt reflektieren, um uns politisch zu positionieren.

  • Die Reihe "reclaim your club - club against reality" ist nicht auf eine bestimme Örtlichkeit konzentriert, sondern ist die „ortlose“ Idee eines Clubs. Dafür werden Räume temporär für Clubabende angeeignet. Im Zentrum von „reclaim your club - club against reality" stehen die Besucher*innen sowie das Sounderlebnis und nicht nicht der Starkult um Künstler*innen. Das eingangs beschriebene Bild gilt es zu hinterfragen und temporär eine andere Realität - ein anderes kollektives Erlebnis  im Club zu schaffen. „Another club is possible!“
  • Den Dancefloor erklären wir zum anonymen Raum. Wir wollen bewusst ein Zeichen gegen den gegenwärtigen panoptischen Trend, alles und jedes öffentlich zu machen setzen. Fotos- und Videoaufnahmen sind explizit unerwünscht. „Your Dancefloor is our dancefloor is your dancefloor!“
  • „reclaim your club - club against reality“ wird ein Ort für Techno, Experimentalmusik, Visuals Artists, und Theorie sein. „A club is more than feel good sound!“'
  • Bei unseren Veranstaltungen haben aggressives Verhalten und Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie keinen Platz. „Respecting each other is the key!“
  • Wir wollen mindestens 50% an Künstler*innen bei unseren Veranstaltungen, die sich als Frauen identifizieren. Wir wollen bewusst mit den patriarchalen Strukturen in der Clubkultur brechen: Wo Männer fast ausschließlich Männer buchen: „Music is unique, people are divers!“
  • Awareness und Safer Spaces sollen nicht nur Worthülsen sein, sondern unser übergeordnetes Ziel ist, dass sich alle Menschen bei unseren Veranstaltungen wohl, frei und sicher fühlen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss allen Beteiligten klar werden, dass die notwendige Sensibilität alle Verantwortungsbereiche und Akteur*innen eines Clubs betrifft. „Be aware, respect and care!“
  • „reclaim your club - club against reality“ will gesellschaftliche Verhältnisse zum Thema machen. Dafür werden Menschen aus der Club- und Technopraxis eingeladen. Die theoretischen Inputs werden in Form von Lesungen, Filmen, Vorträgen und Diskussionen vermittelt. „Structure and strategy don’t have to be hierarchy!“

Vielen Dank an das "Reclaim Club Culture" – Netzwerk und ihrer Fibel: https://menschmeier.berlin/fibel.html