Eröffnung der Ausstellung - Tatort Stadion

25. November/ Die Bäckerei: Gabriel Kuhn und Judith Goetz eröffneten die Ausstellung Tatort Stadion

1. Vortrag von Gabriel Kuhn:„Tore schießen reicht nicht” – Diskriminierung und soziale Verantwortung im Fußball

Der Fußballsport ist ein Brennpunkt gesellschaftlicher Entwicklungen. Einerseits reproduzieren sich in ihm konservative Werte, andererseits beinhaltet er progressive Potentiale. Der Vortrag wirft einen Blick auf die Sozialgeschichte des Fußballs, auf die Formen von Diskriminierung, die ihr innewohnen, und auf die Möglichkeiten, diese in engagierter Vereins- und Fanpolitik zu überwinden.

Zur Person Gabriel Kuhn:

Gabriel Kuhn ist ehemaliger Tiroler Auswahlspieler und lebt heute als Autor und Übersetzer in Schweden. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem Soccer vs. State (2011).


Gabriel Kuhn (Foto: Florian Lechner, www.florianlechner.com)

 

2. Vortrag von Judith Götz:„Haut´s die Juden eini!“ – Zum Verhältnis von Antisemitismus und Fußball in Österreich“

Ausgehend von der Annahme, dass Fußballmatches die zentralen Werte unserer Gesellschaft in komprimierter Form sichtbar machen, kann gesagt werden, dass Sportstadien lediglich einen örtlich eingegrenzten und zeitlich definierten Raum mit einem bestimmten Publikum darstellen, an welchem die konfliktreichen Auswüchse der Gesellschaft wie Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus ausgetragen werden. Da Fußball ursprünglich kein österreichisches bzw. deutsches Spiel gewesen war, wurde sein gesellschaftspolitischer Inhalt erst im Laufe seiner Etablierung vom ideologischen Ballast des als deutsch geltenden Turnens unterwandert. Der antisemitische Nährboden im Sport, den die Nazis für sich vereinnahmten, konnte schließlich auf der florierenden Ablehnung der Juden und Jüdinnen rund um die Jahrhundertwende aufbauen. So scheint es auch kaum verwunderlich, dass sich diverse antisemitische Stereotype und Feindbilder im österreichschen Fußball nach 1945 unmittelbar fortsetzten und bis zum heutigen Tage nicht an Popularität eingebüßt haben.

Zur Person Judith Goetz:

Literaturwissenschafterin und Politikwissenschafterin, Referentin für feministische Politik der ÖH-Bundesvertretung. Seit 2001 zahlreiche Auslandsaufenthalte und soziale Tätigkeiten vor allem in Lateinamerika (Guatemala, Nicaragua, Argentinien, Venezuela), Mitglied der Redaktion Context XXI, zahlreiche Artikel und Vorträge zu den Themenbereichen Rechtsextremismus, Gedenkpolitik und Gedenkkultur in Österreich sowie zu feministischen/frauenpolitischen Fragestellungen.


Judith Götz (Foto: Florian Lechner, www.florianlechner.com)

 

Musik Support gab es von Tyrolean Tynamite  „Goleador“ Asumi (www.myspace.com/asumandissimo)

Eröffnung und Vorträge zum Nachhören:

CBA