26.4.2016 #diskursiv: Urban Recycling: Migration bewegt die Stadt mit Erol Yildiz

Bäckerei: Der Soziologe Erol Yildiz war unser Gast in der Bäckerei.

Der Beitrag von Migration zur Stadtentwicklung und Urbanität kommt im öffentlichen Diskurs kaum vor – wenn überhaupt, dann als Abweichung von der hiesigen Normalität. So geraten migrationsgeprägte Viertel – manchmal sind es nur einzelne Straßenzüge – pauschal ins Gerede, werden zum Symbol einer verfehlten Integration stilisiert.
Ein Blick über österreichische Grenzen hinaus zeigt, dass ein pragmatischer Umgang, der Migration und Diversität als urbane Ressource betrachtet, zeitgemäßer und zukunftweisender ist. Der ewige Mythos der Sesshaftigkeit verdeckt, dass räumliche Mobilität eine urbane Grunderfahrung ist, Städte schon immer geprägt hat und migrationsbedingte (kulturelle) Diversität ein Hauptcharakteristikum von Urbanität darstellt. Menschen, die migrieren, schaffen (kulturelle) Räume, die sich sowohl von denen unterscheiden, die verlassen, als auch von denen, die neu bezogen wurden. Wir leben mit Diversität und wir leben gut damit!

Erol Yildiz studierte von 1982 bis 1984 Philosophie, Soziologie und Pädagogik und von 1984 bis 1990 Pädagogik, Soziologie und Psychologie an der Universität zu Köln. Er wurde 1996 im Fach Soziologie mit einer Arbeit zum Thema „Halbierte Postmoderne. Probleme des Minderheitendiskurses in der BRD unter Berücksichtigung alternativer Ansätze in den Niederlanden“ promoviert. 2005 habilitierte sich Erol Yildiz an der Universität zu Köln für das Fach Soziologie zum Thema „Kosmopolitane Moderne. Die Öffnung der Orte zur Welt“. Erol Yildiz war Gastprofessor in Luxemburg, München und hatte eine Vertretungsprofessur in Hamburg. Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragte an der Universität Wien. Erol Yildiz war bis Februar 2014 Professor für den Schwerpunkt „Migration und Interkulturelle Bildung“ an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und ist seit März 2014 an der Universität Innsbruck.

Erol Yildiz
Erol Yildiz

 

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